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Domkonzerte / Musik in St. Wenceslai Wurzen 2012
Die Jubiläen reißen nicht ab! Wurzen feierte im vergangenen Jahr das 1050-jährige Jubiläum seiner Ersterwähnung, die Jugendkantorei des Wurzener Domes dagegen angemessen bescheiden ihr 25-jähriges Bestehen.
Runde Jahrestage sind allemal Ereignisse, an denen wir zurück schauen, uns erinnern, an denen die Jubilarin, der Jubilar besonders wahr genommen werden. Ein Jubiläum ist immer auch etwas Gegenwärtiges.Man vergegenwärtigt sich die Erfahrungen vergangener Generationen, den Reichtum an Geschichte und deren Bedeutung für uns. In einem Moment der Gegenwart möchte man das alles erlebbar und nutzbar machen, wie etwa beim Festumzug zum 1050-Jährigen oder bei den Veröffentlichungen zu Geschichte unserer Stadt im Festjahr.
Rückschau hat immer auch etwas mit Vergewisserung zu tun. Unser Weg geht weiter, braucht neue Lösungsansätze, neue Methoden. Wir wären schlecht beraten, ihn nur mit rückwärts gewandtem Blick gehen zu wollten. Gelegentlich ist aber Vergewisserung notwendig, Erinnern, Auswerten ....
In diesem Sinne feiern wir auch in diesem Jahr zwei kleine Jubiläen:
Unsere Domorgel wird 80 Jahre alt. Sie wurde am 23. Oktober 1932 nach sehr grundlegenden Umbauten des Dom-Innenraumes ihrer Bestimmung übergeben. Sie ersetzte ein Instrument von 1819, das im Westchor auf einer Orgelempore stand. Erbaut wurde das neue Instrument von 1932 durch die Orgelbaufirma Gebrüder Jehmlich in Dresden. Man nutzte für damalige Zeit modernste Technik und holte sich als Orgelexperten den Thomasorganisten Günther Ramin zur Beratung. Geprägt wurde das Orgelprojekt aber auch vom geringen Platz, der für eine so große Orgel im West-chor zur Verfügung steht und von sehr knappen finanziellen Mitteln. Trotzdem ist damals an der Rückwand des Westchores auf der stufenförmig ansteigenden „Empore“ nicht nur die größte Orgel des jetzigen Landkreises Leipzig entstanden, sondern auch ein imposantes und haltbares Instrument. Die wenigsten Wurzener wissen, dass ein Teil der Orgel sogar in einem erkerförmigen Anbau des Westchores untergebracht ist, dessen wunderschönes Gewölbe man außen über dem alten Westeingang bewundern kann.
Die letzte Generalinstandsetzung erfolgte 1998 bis 2001 durch die Orgelwerkstatt Reinhold in Bernsdorf bei Glauchau. Das Instrument ist bei Gottesdiensten, Konzerten, Orgelvorführungen und als Übinstrument viel im Einsatz und erfreut sich des Lobes der Zuhörenden und der Musizierenden.
Eine weiteres Jubiläum betrifft das Jahresprogramm der Domkonzerte, das Sie in den Händen halten. Es erscheint in dieser Form das 25. Mal. Bitte nun keine Blumen! Aber wenn Sie im diesjährigen Programm ein Sie ansprechendes Konzert gefunden haben, dann lassen Sie sich einladen von einem 25-Jährigen. Der Dom wird es Ihnen mit angenehmer Kühle im Sommer, Wärme im Winter, einer wunderbaren Akustik und vielen Entdeckungen lohnen und die Musikerinnen und Musiker wieder mit zu Herzen gehenden Klängen.
Ihr
Johannes Dickert
Domkantor
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